Vanessa Beecroft x Fashion

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YSL x Vanessa Beecroft

Vor gut einem Monat hat Anthony Vaccarello, Creative Director von YSL, das Projekt „SELF“ gelauncht. Die Idee: „Verschiedene Künstler sollen die diversen Aspekte der Saint Laurent Welt in ihrer Kunst – für YSL – aufgreifen“.

Daido Moriyama machte den „SELF“ Kick-Off, doch an dieser Stelle soll es nicht um den japanischen Fotografen, sondern um Vanessa Beecroft gehen, die zweite Künstlerin, die mit YSL für das fortlaufende Projekt zusammenarbeitete.

Für die kontemporäre Performance-Künstlerin ist es nicht das erste Mal, dass sie mit einer Marke der Modebranche kooperiert. Sie war bei allen drei YEEZY Shows von Kanye West in das kreative Konzept involviert – Szenografie  – (sowie bei fast all seinen Touren). Für seine Frau, Kim Kardashian, ließ Beecroft eine Serie von Nude Fotografien produzieren, um Kims Parfüm zu bewerben. Und sogar bei der Hochzeit des US-Super-Promi-Paars gab es Arbeiten von Beecroft zu sehen.

Doch Jahre vor den YEEZY Shows, durch die eine Vielzahl jungen Mode-Enthusiasten erstmalig mit der Arbeit von der in Italien geborenen Künstlerin, konfrontiert wurden, beeinflusste sie die Modebranche:

2002 arbeitete sie mit der Ikone Helmut Lang zusammen, der sich ja später für die Kunst und gegen die Mode entschied. In der New Yorker Kunst-Galerie von Jeffrey Deitch – inszenierte Beecroft eine Performance für Lang, bei der sie ein für sie typisches Prinzip anwendete: Die Frauen sollten so lange stehen, bis sie nicht mehr stehen konnten, erst dann durften sie sich setzen, als sich die letzte Frau in der Galerie setzte, war die Performance beendet.

Bevor eine Beecroft Live-Performance beginnt, die schonmal aus bis zu 45 Frauen bestehen kann, gibt sie in der Regel sehr konkrete Regieanweisungen: kein Wort, kein Lachen, keinen Blickkontakt, auch nicht untereinander, keine abrupten Gesten – kurz: keine Wirklichkeiten.

So produziert Beecroft Coverfotos, keine Realität, keine Individualität und setzt sich mit den erotischen Klischee-Darstellung der Frau auseinander. Donna Miuccia Prada, die Modedesignerin mit dem weltweit schönsten Museum (Prada Foundation) unterstützte Beecroft früh in ihrer Karriere. 1993 lud sie Beecroft ein, um ihre Arbeiten in ihrer früheren Galerie zu zeigen. Jahre später, 2000, inszenierte Beecroft für Prada eine Show im Mailänder HQ.

Und mit dem großen Zampano Valentino arbeitete Beecroft bereits ebenfalls zusammen: Sie produzierte Fotos und Videos für seine Untitled Rockstud Pre-Fall Collection – mit 25 Trenchcoat tragenden Models – aufgereiht auf handelsüblichen Holzpaletten – in der New York Academy of Art.

Malerei? Wie viele sagen. Oder doch „Minimalismus“? Wie die feministische Künstlerin ihre bewusst einfach betitelten (VB01, VB02, VB03, VB04, VB05 etc.)  Arbeiten selbst versucht einzuordnen.

Für SELF 2 – dem YSL-Kunst-Projekt hat sie übrigens großformatige Portraits erschaffen, welche erstmalig in Miami auf der Art Basel ausgestellt werden. Wenn Beecroft ein wenig Kleidung für eine ihrer Performances braucht, meist tragen ihre Protagonisten nicht allzu viel, steht das „Who is Who“ der Modebranche allzu gern bereit, um sie zu unterstützen, so trugen die Beecroft Frauen während ihrer Live-Performances unter anderem Design-Pieces von Tom Ford, Alexander McQueen, oder Azzedine Aladine -. Beecroft und die Modewelt – eine brutalst heiße Love Story – und kein Ende in Sicht.

Valentino x Vanessa Beecroft
Sisley x Vanessa Beecroft
Helmut Lang x Vanessa Beecroft

Category: News

Tags: Art, fashion, Vanessa Beecroft

Von: David Kurt Karl Roth

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