Review of a Preview – McQueen

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Auch 8 Jahre nach seinem Tod sind Geschichte und Erbe dieses Künstlers noch nicht auserzählt, das zeigt bildreich der Trailer der am 7. Juni erscheinenden Doku „McQueen“ von Peter Ettedgui. Im Unterschied zum Biopic von Andrew Haigh aus dem letzten Jahr und „The Ripper“ mit Isabella Blow, soll der Fokus diesmal weniger auf dem Privatleben des Designers und mehr auf seinem Werk, der Mode liegen.

Weil seine Kollektionen immer mehr Kunstwerk waren als bloße Kleidung und seine Fashion Shows eher Theaterperformances ist Lee McQueen nach heutigen Maßstäben auch nicht nur Designer zu nennen, obwohl er unzweifelhaft zu den Größten seiner Zunft gehört. So deutlich wie seine künstlerische Größe wird in dem 30 sekündigen Trailer aber auch, dass diese Zeit vorbei ist. Die aufwändigen – man kann es nicht anders nennen – Roben und ausgefallenen Accessoires wirken fast anachronistisch jetzt, da aufgedruckte Logos und Ugly Sneakers die Laufstege dominieren und Haute Couture nicht nur immer mehr Pret a Porter und also zum sofort tragen, sondern auch zum sofort kaufen ist.

Es scheint fast unmöglich ihn, den gelernten Schneider aus der Savile Row, in einer Kategorie mit LVMH Kollegen Virgil Abloh zu sehen. Seine Herangehensweise und Revolution war die Dekonstruktion der Mode aus dem Wissen über deren Konstruktion heraus. Dieser Schritt scheint heute nicht mehr nötig, das Konzept aber weiter gültig. Denn zu Ende gedacht sind bedruckte Standard Shirts und Pullover, in weiterer Steigerung bereits bestehende, dann neu bedruckte DHL Shirts oder Umbro Pullover ja genau das, die absolute Dekonstruktion der Idee Mode, heruntergebrochen auf ihren Kern: Zeitgeist, Marke.

Man wüsste gern wie eine Kollektion von Lee Alexander McQueen im Jahr 2018 aussähe. Denn wie einzigartig sein Talent und unnachahmlich sein Stil war, zeigen leider am deutlichsten die völlig egalen neueren Entwürfe seines  Labels Alexander McQueen.

Category: News

Tags: alexander mcqueen, Peter Ettedgui

Von: Paula Doenecke

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