Ren Hang

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Rund ein Jahr ist es her, da nahm sich einer der stÀrksten Fotografen einer neuen Generation mit nur 29 Jahren sein Leben: Am 24. Januar 2017 sprang Ren Hang, Fotograf und Poet, vom 28. Stocks eines GebÀudes in Peking, China.

Doch seine poetischen, humorvollen, erotischen Darstellungen von meist nackten, nicht selten ĂŒbereinander getĂŒrmten Menschen werden in die Ewigkeit eingehen. GewĂŒrdigt von großen Museen, zuletzt vom FOAM in Amsterdam und dem MdbK in Leipzig, das erste Museum, welches nach dem Freitod von Hang letzten Herbst eine umfassende Werkschau des chinesischen KĂŒnstlers prĂ€sentierte. Zu seinen Fans gehörten Ai Weiwei, der Hang auf Social Media unterstĂŒtzte. Hang wurde – wie auch Weiwei – vom chinesischen Staat unter Druck gesetzt, sogar mehrfach verhaftet, doch Hang verstand seine Arbeit nie als politisches Statement gegen China. Es war nicht seine Ambition die Obrigkeit mit FreizĂŒgigkeit zu provozieren. Sondern einfach das zu machen, was er gut, was er richtig, Ă€sthetisch empfand – unabhĂ€ngig von Restriktionen.

Er fotografierte analog, mit Blitz, trotz Inszenierung in Natur, mit toten Tieren, Katzen, Blumen oder Essen, haben seinen Fotografien immer auch etwas spontanes, flĂŒchtiges, fangen einen Moment, die Jugend seiner Models ein. So denkt man beim Anblick seines fotografischen VermĂ€chtnis an Wolfgang Tilmans, Ryan McGinley und Larry Clark. Oder an Nobuyoshi Araki, den Großmeister der japanischen Erotik-Fotografie, der jedoch deutlich sexueller, pornografischer arbeitet.

Die Fotografien Hangs, der 1987 in der chinesischen Stadt Jiliin – dem „Detroit Chinas“ geboren wurde, sorgen nicht fĂŒr Erektionen und feuchte Schenkel, dafĂŒr sind sie zu absurd, zu lustig:

Fische und Pfauen werden vor Augen gehalten, Körper tĂŒrmen sich zu surrealen Gebilden, Geschlechtsteile werden mit Cocktailkirsche garniert. Hang verewigte seine Freunde, spĂ€ter immer öfter Fans, nicht selten in humorvoller Pose. Seine Fotografien veröffentlichte Hang auf Instagram und Facebook sowie in einem 300 Seiten starken Buch, welches im „Taschen Verlag“ kurz vor seinem viel zu frĂŒhen Tod erschienen ist (hier gibt es „REN HANG“).

Neben seinen Fotografien betĂ€tigte sich Hang zeitlebens auch als Poet. Er verfasste Gedichte, auchÂ ĂŒber seine Depressionen, welchen er sich in seinem literarischen Projekt „My Depression“ (hier zu lesen) widmete:

„(E)s ist nie so, wie du es dir wĂŒnschst. Es ist, als wenn du rauchen willst, aber keine Zigarette hast. Wenn du dann endlich eine Zigarette hast, dann fehlt dir das Feuerzeug. Hast du dir schließlich Feuer besorgt, funktioniert es nicht. Und wenn am Ende eine Flamme herauskommt, dann willst du nicht mehr rauchen.“

Seine Depression war schlussendlich zu groß, sie erdrĂŒckte ihn – einen KĂŒnstler, dessen Fotografien uns noch lange beschĂ€ftigen werden.

Ren Hang

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Category: News

Tags: Ren Hang

Von: David Kurt Karl Roth

Portrait of Ren Hang:: Knut Koivisto

Fotografien:: Ren Hang

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