INTERVIEW: CHARLI XCX

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Sie singt mit ABRA ĂŒber Drogen, mit Lil Yachty ĂŒber die Afterparty nach der Afterparty und alleine ĂŒber Jungs und wie sie nicht aufhören kann an diese zu denken. Die gebĂŒrtige EnglĂ€nderin Charlie XCX wurde vor allem dadurch bekannt, dass sie den Party – Yolo – Hit Nr. 1 “I don’t care, I love it”, produziert von Icona Pop, gesungen hat und mit “Boom Clap” den Soundtrack zum Teenie-Film “Der Schicksal ist ein mieser VerrĂ€ter” lieferte. Inzwischen ist sie wohl viel mehr als nur das und schlĂŒpft nach und nach aus ihrer Rolle des Newcomers heraus.

 

Wir sprachen mit dem Cool-Girl ĂŒber ihr neues Musikvideo, in dem sie Joe Jonas Pancakes essen und Diplo mit Hunden spielen lĂ€sst, ĂŒber das Songwriting fĂŒr andere KĂŒnstler, ĂŒber ihre Wahlheimat LA, nervige Fragen – und die Zukunft.

Es gibt einen Song von dir: „London Queen“. Darin singst du, dass du niemals gedacht hĂ€ttest den “american way” zu leben – Was hat sich fĂŒr dich verĂ€ndert seit du England fĂŒr LA verlassen hast? 

CHARLI: Ich pendele ja immer noch zwischen London und Amerika. Ein halbes Jahr lebe ich hier und das andere da. Ich glaube das, was sich am meisten verĂ€ndert hat, ist dass ich jetzt öfter Hauspartys feiere. Ich wohne außerdem wieder mit meiner besten Freundin aus der Schule zusammen, also ist es auf irgendeine Weise immer noch das gleiche und so viele Sachen haben sich gar nicht verĂ€ndert. Es macht alles sehr viel Spaß.

Du singst darin außerdem, dass du jetzt mit dem Auto auf der falschen Straßenseite fahren musst … 

CHARLI: Oh, ja, dabei fahre ich gar nicht. Ich bin der DJ und wÀhle die Musik aus, wÀhrend meine Freundin fÀhrt.

England und Amerika – Inwiefern hat sich dein Alltag verĂ€ndert? 

CHARLI: Die Orte sind sehr unterschiedlich. Ich lebe in Los Angeles, wo definitiv öfter die Sonne scheint als in London. Ich habe außerdem das GefĂŒhl, dass die Leute in England irgendwie .. na ja, echter sind, wĂŒrde ich sagen. Sie sind sarkastischer, was sehr lustig sein kann. England und Amerika sind zwei völlig verschiedene Orte.

Du hast bereits vier Alben veröffentlicht, zuletzt “Number 1 Angel”. Du selbst bezeichnest es als “Party Album” – inwiefern zeigt sich das in deiner Musik? Was hat dich inspiriert? 

CHARLI: Partys! Meine grĂ¶ĂŸte Inspiration sind meine Freunde und die Leute, mit denen ich zusammenarbeite und meine Zeit verbringe. Die Leute, in die ich mich verliebe, Leute in die ich dann nicht mehr verliebt bin. Leute, mit denen ich zu den Partys gehe.

Ich habe das GefĂŒhl, dass ‘Number 1 Angel’ ein Party Album ist, weil darauf eben auch diese Party Hits sind. Aber gleichzeitig sind auch die emotionalen, traurigen Lieder darauf. Partys bedeuten nĂ€mlich nicht immer nur glĂŒcklich zu sein. Auf Partys passieren genauso viele traurige Sachen. Leute trennen sich, sie streiten sich oder vermissen jemand anderen. Manchmal geht es aber auch einfach nur darum, etwas zu feiern. Mein Album vereint all diese Party Elemente, ist eben ein Mix aus alldem.

Vor ein paar Wochen hast du die Single „BOYS“ herausgebracht. Darin singst du, dass du gerne eine bessere Ausrede hĂ€ttest nicht zu einer Party zu erscheinen – du aber einfach schwer damit beschĂ€ftigt damit warst ĂŒber Jungs nachzudenken. 

Welche Intention steckt hinter dem Lied?

CHARLI: Das Lied und das Video waren ein Kommentar zum “Male Gaze” (Anm.: Frauen als Objekt des mĂ€nnlichen Starrens).

Normalerweise stehen ja die Frauen im Mittelpunkt der meisten Pop Videos – ich wollte jetzt Mal die Typen ins Zentrum rĂŒcken.

Die Intention dahinter lag aber vor allem in dem Musikvideo. Nachdem ich das Lied fertig produziert habe und es schließlich hörte, hatte ich sofort das Video und die ganzen Typen vor Augen, die irgendwelche niedlichen und sexy Sachen machen.  Ich wollte auf keinen Fall darin vorkommen, ich wollte unbedingt selbst die Regie fĂŒhren und den Fokus auf die Jungs legen.

Wie hast du die Jungs dafĂŒr ausgesucht, gab es ein Auswahlverfahren oder bestimmte Kriterien?

CHARLI: Nicht wirklich, ich habe einfach Freunde von mir angefragt, Leute mit denen ich zusammengearbeitet habe. Ich hatte diese coole Vision davon und die Leute letztendlich einfach so lange genervt, bis sie dann “Ja” sagen mussten.

 

In unserer heutigen Social-Media Zeit  ist ja nicht nur die Musik wichtig, sondern vor allem die Person, die dahinter steht. Was trÀgt sie, was tut sie, womit beschÀftigt sie sich in ihrer Freizeit? Wie schafft man es in dieser ganzen Aufmerksamkeit immer noch man selbst zu bleiben?

CHARLI: Manchmal finde ich das echt schwierig, manchmal ist es aber auch okay so. Generell bleibe ich mir treu. Ich trage, was ich tragen will und sage, was ich sagen will. Manchmal mache ich auch besonders dumme Sachen und natĂŒrlich mache ich auch Fehler. Ich denke meine Fans und die Leute, die mir folgen wissen das – und das ist auch cool so. Ich versuche definitiv nicht perfekt zu sein. Da habe ich auch gar keine Energie oder Zeit fĂŒr.

Ich gehe Mal davon aus, dass du ziemlich viele Interviews geben musst. Was ist denn die nervigste Frage, die dir immer und immer wieder gestellt wird?

CHARLI: „Was bedeutet XCX“? Aber das ist schon okay so, die Leute wissen es halt einfach nicht. (Anm.: Es ist ihr alter My-Space-Name) 

Was war der schlimmste und beste Moment deiner bisherigen Karriere?

CHARLI: Der schlimmste Moment war erst letztens. Ich musste zwei Shows in Japan absagen, weil ich krank geworden bin. Ich habe mich wirklich darauf gefreut und dann musste ich die gesamte Zeit, die ich in Japan war auf meinem Hotelzimmer verbringen. Ich konnte nicht mal rausgehen. Das war echt blöd.

Der beste Moment? Es waren einfach so viele. Letztens erst habe ich eine Show in Leeds gespielt, als es mir wieder besser ging. Das war echt mega. Auf Tour zu sein und das alles ist wie eine einzige Achterbahn.

Du schreibst nicht nur fĂŒr dich, sondern auch fĂŒr andere KĂŒnstler. Hast du schonmal einen Text geschrieben, bei dem du danach gedacht hast: Okay, das ist jetzt viel zu persönlich oder auch einfach zu gut, das muss ich selbst herausbringen?

CHARLI: Nein, nicht wirklich. Wenn ich einem anderen KĂŒnstler meinen Song gebe, haucht er dem ganz neues und anderes Leben ein, sie machen ihr eigenes Ding daraus. Wenn jemand anderes es singt, bekommen auch die Worte eine ganz andere Bedeutung. Ich denke das hat wirklich etwas kraftvolles. Ich wĂŒrde meine Texte nie an Personen weitergeben, an die ich nicht glaube.

Wie funktioniert das eigentlich? Schreibst du den Text auf Anfrage oder hast du ein Repertoire von Texten, auf das du zurĂŒckgreifst, wenn dich jemand nach einem Song fragt?

CHARLI: Das kommt ganz darauf an, wie die KĂŒnstler arbeiten. Manche wollen ganz dabei sein und sind wĂ€hrenddessen dann auch im gleichen Raum. Ich habe in letzter Zeit viel mit Alma und Camila Capello zusammengearbeitet. Sie sind beide sehr in den Prozess involviert. Beide sind großartige KĂŒnstler und wir schreiben die Texte sozusagen zusammen. Generell mag ich diese Arbeitsweise sehr und ich mag es, wenn die Leute engagiert sind und eine klare Meinung zu meinen Sachen haben. Anderen wiederum schickt man die Texte einfach zu.

Welche von dir geschriebener Song gefÀllt dir am liebsten? 

CHARLI: „Same old love“ von Selena Gomez.

Was ist, wenn du Mal keine Idee hast oder dich nicht wirklich ausdrĂŒcken kannst? Hast du dann eine bestimmte Routine, einen Ort, an dem du am besten schreiben kannst?

CHARLI: Ich schreibe dann einfach nicht. Wenn ich nichts zu sagen habe, erzwinge ich auch nichts. Es wÀre auch zu frustrierend, ich mache es lieber auf dem spontanen Weg.

Mit wem wĂŒrdest du in Zukunft gern zusammenarbeiten?

CHARLI: Ich habe schon so viele Features gehabt. Bei mir hÀngt es ganz davon ab, inwiefern ich mit der Person klar komme oder eben nicht, ob wir irgendeine Verbindung haben. Wenn ich Freunde in dem Business habe, ich sie mag und wir gut miteinander können, möchte ich auch mit ihnen zusammenarbeiten.

Was ist dein perfektes BĂŒhnen – Outfit?

CHARLI: Ich trage gerne Sneaker, große Sonnenbrillen, dazu ein Crop Top, also alles sehr sporty. Die BĂŒhne ist fĂŒr mich der Ort, an dem ich durchdrehen kann – da trage ich auch gerne Mal fette MĂ€ntel und sowas.

Inwiefern unterscheiden sich die Kleidungsstile in England und Amerika? Was kannst du beobachten, wenn du so hin und her reist?

CHARLI: Ich glaube das hĂ€ngt immer sehr von der Szene und den Leuten ab mit denen man rumhĂ€ngt. In jeder Stadt gibt es die Cool Kids, die mit den Trends gehen. Überall gibt es diese Jugendkultur, besonders seit das Ganze von Instagram dokumentiert wird.

Du bist auf einer Party oder im Club und es wird „I don’t care, I love it“gespielt. Wie reagierst du?
CHARLI: Ich finde es irgendwie peinlich. Immer wenn meine Musik gespielt wird, finde ich das unangenehm und schÀme mich. Ich liebe es die Lieder zu performen, aber wenn ich im Club bin, flippe ich aus.

Was steht in der nÀchsten Zeit so an, worauf freust du dich besonders?

Ich gehe bald mit Halsey in Kanada und Amerika auf Tour, das wird ziemlich cool. Außerdem freue ich mich auf das nĂ€chste Jahr: Einfach mal zu chillen und die freie Zeit zu genießen.

Category: Special

Tags: boys, Charlie XCX

Von: Angelika Watta

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