Im “Jüdischen Museum”: James Turrell

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Das erste Mal, dass ich eine Arbeit von James Turrell gesehen habe, war vor Jahren auf der japanischen Insel “Naoshima”, im von Ando entworfenen Chichu Art Museum: ein Kunstwerk seiner “Ganzfeld Pieces” Serie, welche bleibenden Eindruck hinterließ.

Ich war, so stellte ich später fest, nicht der Einzige, der sich für Turrell begeisterte. Der kanadische Popstar Drake ließ für seine Hit-Single “Hotline Bling” ein Video produzieren, welches die Raum-Licht-Installation von Turrell zitierte. Rip-Off? Oder Hommage?

Egal, in jedem Fall sorgte das Musikvideo dafür, dass die Arbeit des amerikanischen Künstlers mit dem weißen Rauschebart auch weit über die Kunst-Szene hinaus Bekanntheit erlangte. Bislang gab es in Berlin ein Turrell Werk zu sehen:

In der Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof, welche von März bis Juni 2018, nach Buchung einer Führung besichtigt werden kann (Do it! Do it!). Doch, dank dem Sammler-Ehepaar Dieter und Si Rosenkranz, gibt es seit dem 12. April im Jüdischen Museum “Aural”, eine 200 Quadratmeter große Arbeit der “Ganzfeld” Serie zu sehen.

Es ist das erste Mal, dass man ein Werk von Turrell in dieser Größenordnung in Berlin zu sehen bekommt. In vielerlei Hinsicht sind die Arbeiten des “Bildhauers des Lichts” eine ziemlich unmoderne Angelegenheit:

Der Besucher muss sich Zeit nehmen, zur Ruhe finden, seinen Fokus schärfen, ohne iPhone in der Hand (weil: nicht erlaubt) – um vollends in die Welt von Turrell einzutauchen: im “Jüdischen Museum” – ein Raum, in dem Licht, Farbe und Kontur verschmelzen. Langsam wechselt die Farbe der Beleuchtung, unterbrochen von Lichtblitzen.

Entschleunigung, denn der Besucher muss Zeit mitbringen, damit sich die Arbeit voll entfalten kann, nach ein paar Minuten kann man an die Lichtquelle herantreten, Gedankenverloren, in die, so erscheint es, Unendlichkeit blicken. Es kommt zu einer leicht trippigen, tiefgreifenden Erfahrung – daher unbedingt anschauen:

Jüdisches Museum, Museumsgarten, Lindenstraße 9–14, 10969 Berlin.

Category: News

Tags: Drake, Hotling Bling, James Turrell, Jüdisches Museum

Von: David Kurt Karl Roth

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