Im Fokus: Thomas Lohr

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Thomas Lohr, geboren im beschaulichen Allgäu, hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Karriere als Fotograf hingelegt. Seine Bilder zieren nicht nur die Hochglanzseiten von Modemagazinen wie der Vogue, dem i- D Magazine oder 032c, sondern auch immer öfter wird er für die Produktion von Kampagnen der großen Mode-Luxushäuser wie Hermès und Dior gebucht.

Seine Karriere begann im Lette-Verein mit einem Kunststudium, zwei Wochen nach Abschluss seines Studiums, 2005, verließ der heute 37-Jährige Berlin, um in New York an seinem Durchbruch zu feilen. Im Schmelztigel der amerikanischen Mega-Metropole entwickelte Lohr seine visuelle Identität und wurde schnell Teil der kreativen Szene in Brooklyn. Doch der Durchbruch gelang ihm erst 2011, nach Umzug, in London. Prompt landete Lohr dort einen Job fürs renommierte i-D Magazine „Die Leute geben dir hier eine Chance,“ sagt der Bayer über seine Wahlheimat, in der er seit sieben Jahren wohnt.

Obwohl mittlerweile in der Branche bekannt für Modestrecken und Portraits, sind seine Roots die Abbildung von Tanz, Architektur und Stillleben. Er hat ein Faible für die Auswahl von minimalistischen Bildkompositionen und Standorten – ein Kid der 90er, in denen Helmut Lang und Jil Sander die Branche prägten.

#tatemodern

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V MAN

Die Ästhetik Thomas Lohrs zeichnet sich zudem durch eine durchdringende (An)spannung aus. Kein Wunder, dass sich namhafte Persönlichkeiten wie Raf Simons, Christopher Kane oder Jack McCollough und Lazaro Hernandez (die Gründer und Designer von Proenza Shouler) nur allzu gern von Lohr portraitieren lassen. Bei seinen Portraits ist ihm eine enge Beziehung wichtig. Egal ob diese von romantischer oder platonischer Natur ist, sie ist zwingend notwenig, so Lohr, um die Individualität der von ihm fotografierten Personen herauzuarbeiten.

Sein erstklassiges Portfolio brachte Thomas Lohr zwei Jahre in Folge auf die Liste der Business of Fashion 500 – ein jährlich veröffentlichter INDEX von Personen, die laut BOF, einen prägenden Einfluss auf die Modeindustrie ausüben.

"BIRDS"
Another Mag

In einem älteren Interview mit dem Positive Magazine erklärte der Fotograf, dass er alle Aspekte des Lebens in seine Arbeit einfließen lässt. „Liebe, Verlust, Schmerz, meine Vergangenheit und Zukunft“, so Lohr. Seine bisher veröffentlichen Fotobücher sind Beleg seines breiten, vielfältigen Interesses.

Für sein Projekt „BIRDS“ bereiste Lohr diverse Vogelparks und Naturschutzgebiete in Europa, um Nahaufnahmen von Vögeln anuzufertigen. Dank extremer Close-Up’s entstanden abstrakte, surreale Werke, die Art Lover und Ornithologen gleichermaßen in Verzückung versetzen sollten. Es ist eine Zurschaustellung von verschiedenen Arten und deren Federkleid aus einem völlig neuen Blickwinkel. Die virtuos ausgeleuchteten Fotos wurden 2015 unter dem Namen „BIRDS“ gebunden veröffentlicht.

Für sein Nachfolgeprojekt „RODIN“ fotografierte Lohr verschiedene Statuen des französischen Bildhauers. In Zusammenarbeit mit Creative Director Daniel Baer füllte Lohr ein ganzes Buch mit Nahaufnahmen von Rodin Kunst. Die 2017 entstandene Hommage an Rodin‘s plastischen Werken ist ein Resultat der Selbstidentifikation Lohrs mit den Lebenswerken des Franzosen. Es gibt viele Parallelen zwischen dem Meister der modernen Skulptur und dem bayrischen Fotografen: Beide konzentrieren sich auf Fragmente eines großen Ganzen und schlagen damit Wellen in ihren jeweiligen Berufsfelder. Zu Rodin‘s Zeiten war dessen Sektion der menschlichen Anatomie regelrecht skandalös, was Lohr zweifellos inspirierte.

Lohr‘s Obsession mit Close-Ups und Details geht sogar über die Bilder hinaus bis zur sorgfältigen und zeitintensiven Auswahl der Schriftart, Farbnuance und Material des Papiers seines auf 500 Kopien limitierten Buches.
In seiner Rückkehr zu Stilleben als Motiv, kreierte Thomas Lohr Video-Kampagnen für die Parfüme von Louis Vuitton und Nina Ricci. Dabei stellte der 37-Jährige sein unverkennbares Talent im Umgang mit Licht und Komposition zur Schau.

Generell scheint der gebürtige Bayer ein neu gewonnenes Interesse am Bewegtbild entwickelt zu haben, denn auch seine neuesten Veröffentlichungen für das 032c Magazin, ist eine Reihe von Video-Editorials. Liest man über die zurecht gefeierte Sensibilität und Innovation seiner Arbeit ist es kaum zu glauben, dass Thomas Lohr erst mit 21 Jahren seine erste Kamera kaufte. Damals wohnte er noch in Berlin, verbrachte seine Abende bei der Arbeit in Bars und die Nächte mit Freunden in Clubs.

So kam er darauf, tagsüber das Fotografieren als Zeitvertreib aufzunehmen. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Eine, die im Falle von Thomas Lohr und seinem feinen Auge hinter der Kamera, sicherlich noch lange kein Ende findet.

VOGUE

Category: News

Tags: fotograf, London, Thomas Lohr

Von: Thao Le Minh

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