BÄUME, WALD UND NOCH MEHR TIERE: LACOSTE FW 18

🐊🐋

In dem Film „The True Cost“ dürfen wir erfahren, dass die Textilbranche als „zweitschmutzigste“ Industrie der Welt gilt. Immer wieder hören wir vom Vorwurf der Kinderarbeit, von der Ausbeutung von Angestellten. Der extreme Ressourcenverbrauch ist unausweichlich, immer wieder ist die Rede von Verschwendung, angekurbelt durch die Globalisierung, welche einerseits den Transport von Klamotten über tausende von Kilometer ermöglicht und es andererseits als normal gilt Blogger, Influencer und Presse auf Zwei-Tages-Reisen mit 8-Stunden Flügen zu schicken, damit diese sich eine 15-minütige Modeschau anschauen können.

Die Mode ist, obwohl sich trotz all dessen doch alle so damit brüskieren in dieser Branche tätig zu sein, das genaue Gegenteil dessen, was als progressiv, als nachhaltig, fortschrittlich gilt. Und hin und wieder wird sich auch die Industrie selbst dessen bewusst.

Zunehmend versuchen Unternehmen ihre Marke zu schützen, indem sie Modelinien und Kampagnen mit der Agenda ausstatten, die im allgemeinen Verständnis als „nachhaltig“ und „vorausschauend“ wahrgenommen werden soll.

Immer weiter wollen sich Marken im guten Gewissen ihrer potenziellen Kundschaft positionieren. Während also Dior mit „What would you do for love?“ versucht den so weit gefassten, abgedroschen klingenden Begriff der Liebe für sich zu beanspruchen, um scheinbar an das Bewusstmachung der kleinen Dinge im Leben zu appellieren, um dann die Einnahmen der Aktion an eine Charity-Organisation zu spenden. Gucci verwendet jetzt kein Fell mehr in den kommenden Kollektionen und immer öfter spenden Marken die Einnahmen von limitierten T-Shirt-Kollektionen an wohltätige Zwecke. Manchmal funktioniert der Image-Aufbau, öfter jedoch sieht er aus wie der kläglich scheiternde PR-Versuch, sich in der Öffentlichkeit am grünen Rand zu positionieren.

Sich ganz einheitlich in einer Kollektion einem Teilproblem zu widmen, diesen gekonnt mit der Markenhistorie des Hauses zu verbinden und gleichzeitig einer Wohltätigkeitsorganisation zu spenden, ohne dabei unbedingt wollend zu erscheinen, gelingt nicht vielen.

Letzte Woche präsentierte Lacoste dunkelgrüne, beige Farbtöne, helles Braun, Cordhose, lange Mäntel, dazu Gummistiefel und All-Over-Looks mit Mustern aus der Natur, wie Blättern und Blumen,  auf der Pariser Modewoche.

In einer Pressemitteilung erklärte der Designer des Hauses, Felipe Oliviera Baptiste, die Hintergründe zur Aufmachung der neusten Kollektion. Zu Anfang des zweiten Weltkrieges nämlich hätten der Begründer der Krokodil-Marke René Lacoste und seine Frau Simone Thron de la Charme auf ihrem Goldplatz in Frankreich ein Aufforstungs-Programm gestartet und insgesamt 50.000 Bäume gepflanzt. Damit bewahrten sie viele Familien, die Teil des Programms waren, vor der Einberufung in den Krieg.

Baptiste wolle nun in der aktuellen Linie, diese Geschichte nicht nur ästhetisch nacherzählen, sondern sie auch weitergehend als Inspiration nutzen. Passend zum 85-jährigen Jubiläum des französischen Modehauses arbeitete er mit der IUCN (Weltnaturschutzunion) zusammen und lauschte zehn Poloshirts, bei denen das typische Markenzeichen, das Krokodil, seinen Platz räumen musste und die Stelle an der Brust frei machte für zehn weitere Arten, die vom Aussterben bedroht sind.

Wale, Vögel, Schildkröten und Affen zieren Mäntel, Jogginganzüge und Bucket Hats. Auch der anderen Teil der Geschichte, der Schauplatz des Golfplatzes findet seinen Weg in die Autumn/Winter Präsentation des Hauses. Auf Poloshirts, auf einem bis zum Boden reichenden Regencape.

Hier die ganze Kollektion.

1/51

2/51

3/51

4/51

5/51

6/51

7/51

8/51

9/51

10/51

11/51

12/51

13/51

14/51

15/51

16/51

17/51

18/51

19/51

20/51

21/51

22/51

23/51

24/51

25/51

26/51

27/51

28/51

29/51

30/51

31/51

32/51

33/51

34/51

35/51

36/51

37/51

38/51

39/51

40/51

41/51

42/51

43/51

44/51

45/51

46/51

47/51

48/51

49/51

50/51

51/51

Category: News

Tags: lacoste

Von: Carl Jakob Haupt

Instagram